Wir stehen Ihnen gern bei Fragen zur Verfügung und helfen bei Ihren Anliegen

Temperaturabhängige Lastprofile (TLP)

Temperaturabhängige Lastprofile (TLP) für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen (Elektroheizung) ab 01. September 2013

Die Energienetze Bayern GmbH verwendet zur Abwicklung von Netznutzung und Bilanzierung für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen das an der BTU Cottbus für den Verband der Netzbetreiber (VDN) entwickelte Verfahren. Dieses ist beschrieben im

  • Abschlussbericht "Bestimmung von Lastprofilen für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen" 2002
  • Praxisleitfaden "Lastprofile für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen" 2002
  • Abschlussbericht "Bestimmung von Lastprofilen für Wärmepumpen" 2004.

Unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen sind Verbrauchseinrichtungen zur Raumheizung, Warmwasserbereitung und ähnliche Zwecke, die mit Zustimmung des Netzbetreibers nach den dafür geltenden Regeln der Technik und den Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers angeschlossen wurden und bestimmungsgemäß betrieben werden. Die Unterbrechung bzw. Freigabe der Verbrauchseinrichtungen erfolgt grundsätzlich über die Rundsteueranlage des Netzbetreibers.

Temperaturabhängige Lastprofile

Die temperaturabhängigen Lastprofile sind unabhängig vom Jahresstromverbrauch und der installierten Leistung anwendbar, das heißt, die SLP-Anwendungsgrenze von 100.000 kWh/a gilt nicht.
Folgende Lastprofile stehen zur Verfügung:

HZ0 

Speicherheizung 

Speicherheizung getrennte Messung. Hier sind zwei Zähler vorhanden, einer für Heizung und Warmwasserbereitung und einer für die übrigen Anlagen des Kunden. Bei einem Lieferantenwechsel müssen beide Zählpunkte getrennt gemeldet werden.

Speicherheizung gemeinsame Messung. Hier ist nur ein Zähler vorhanden, an den die Heizung und die übrigen Anlagen des Kunden angeschlossen sind. Diese Variante gibt es nur noch bei Bestandsanlagen. In diesem Fall erfolgt eine rechnerische Aufteilung auf Speicherheizungs- und Allgemeinverbrauch. Der Allgemeinverbrauch wird über ein zusätzliches Standardlastprofil (SLP) abgebildet. 

 

HZ2  Wärmepumpen und Direktheizung getrennte Messung 

Die Zuordnung der Lastprofile erfolgt durch den Netzbetreiber. In begründeten Fällen kann die Zuordnung auf Wunsch des Netznutzers geändert werden.

Die Lastprofile werden als Kurvenscharen in 1 °C-Schritten für einen Temperaturbereich von -17 °C bis 17 °C zur Verfügung gestellt. Die Normierung erfolgt gemäß "Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom" (MaBiS) auf 300 kWh/K und Tag. Die ¼-h-Werte sind auf drei Kommastellen angegeben.

Als Bezugstemperatur TBezug ist für alle temperaturabhängigen Lastprofile 17 °C festgelegt. Oberhalb dieser Temperatur bleibt das Lastprofil gleich. Es wird also das Lastprofil für 17 °C benutzt.

Als Auslegungstemperatur (tiefste Temperatur) für alle temperaturabhängigen Lastprofile ist -17 °C festgelegt. Unterhalb dieser Temperatur bleibt das Lastprofil gleich. Es wird also das Lastprofil für -17 °C benutzt.

Temperaturmessstelle

Die Temperaturmessstelle ist für das ganze Netzgebiet des Netzbetreibers "München-Flughafen" (DWD Station 10870).  Der Temperaturanbieter ist die meteomedia (Code: ZT2).

Berechnungsvorschrift für die äquivalente Tagesmitteltemperatur (Tm,ä)

Die äquivalente Tagesmitteltemperatur wird mit den Gewichtungsfaktoren gemäß dem Abschlussbericht „Bestimmung von Lastprofilen für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen“ ermittelt:

Tm,ä = 0,5 Tm(d) + 0,3 Tm(d-1) + 0,15 Tm(d-2) + 0,05 Tm(d-3)

Die Tagesmitteltemperatur wird mit einer Kommastelle angegeben. Die äquivalente Tagesmitteltemperatur wird auf ganze °C gerundet.

Spezifische Arbeit

Die spezifische elektrische Arbeit [kWh/K] an der Entnahmestelle beschreibt das kundenindividuelle Verbrauchsverhalten und ergibt sich aus der Division der im Ablesezeitraum entnommenen elektrischen Arbeit durch die Summe der Temperaturmaßzahlen dieses Zeitraums.
 
Die Temperaturmaßzahl errechnet sich nach der Gleichung   TMZ = TBezug - Tm,ä
Die Begrenzungskonstante ist auf 1 gesetz